Neophyten und autochthone Pflanzen

Abgebildet ist das Logo der Post-Reihe, ein Papierschnipsel auf dem in verspielter Schrift "How to... Klimaanpassung" steht. Neben dem Schriftzug ist ein abstrahierter Baum.
Bild: canva.com

Der karge Winter geht nun bald in den lang ersehnten Frühling über. In den nächsten Wochen sprießen nach und nach immer mehr Pflanzen, bei denen es sich lohnt, sie genauer zu betrachten – nicht nur aufgrund ihrer Ästhetik. Denn uns umgeben Pflanzen mit den unterschiedlichsten Herkünften und Geschichten.

Auch nach mehr als fünf Jahrhunderten Globalisierung beeinflusst der für jede Art spezifische Herkunftsort weiterhin maßgeblich die Eigenschaften einer Pflanze. In der Fachsprache nennt man Pflanzen, die seit der Neuzeit in eine Region eingewandert sind, Neophyten. Heimische Pflanzen werden hingegen als autochthone Arten bezeichnet. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet „alteingesessen“. Oft werden synonym die Begriffe „gebietseigen“ und „gebietsheimisch“ verwendet, deren Bedeutungen etwas leichter abzugrenzen sind. 

Nahaufnahme einer Hundsrose. Im Zentrum sieht man eine rosa-gelbe Blüte, Außenrum grüne Blätter und Gäste der Pflanze.
Hundsrose (Rosa Canina) – eine autochthone Pflanze
Bild: adobe stock
Nahaufnahme einer pinkfarbenen Löwenmäulchen-Pflanze. Im nicht anfokussierten Hintergrund ist eine grüne Wiese.
Löwenmäulchen (Antirrhinum) – ein Neophyt
Bild: adobe stock

Neophyten wie auch gebietsheimische Pflanzen können bei ihrer Pflanzung Risiken, aber auch Chancen mit sich bringen. Daher ist eine sorgfältige Abwägung nötig. Autochthone Vegetation hat sich über viele Jahrhunderte an den Naturraum angepasst und ist daher eng in bestehende Ökosysteme eingebunden. Durch den Klimawandel verändern sich jedoch die Standorteigenschaften rasant, und die heimische Flora stößt an ihre Anpassungsgrenzen. Viele Neophyten zeichnen sich hingegen durch eine weite Standortamplitude und kräftiges Wachstum aus. Sie besiedeln rasch offene Standorte und Störungsflächen, was unter dem Aspekt der Klimaanpassung einen großen Vorteil bieten kann. Allerdings gibt es einige Neophyten, die sich inzwischen invasiv ausbreiten, heimische Arten verdrängen und damit die biologische Vielfalt gefährden.

Für die Klimaanpassung ist die Herkunft einer Pflanze äußerst wichtig, um Faktoren wie Standortansprüche und Resilienz einschätzen zu können. Konkret stellt sich die Frage, was die Entwicklungsgeschichte einer Art über ihre vorteilhaften Eigenschaften in einer vom Klimawandel geprägten Welt aussagt. 

An der FAU möchten wir mit zukunftsstarken Baumarten bei der geplanten Pflanzaktion im Sommersemester einen Beitrag zur Klimaanpassung leisten und verwenden sowohl heimische als auch nicht heimische Arten. Denn auch die Diversität unserer Pflanzen ist ein entscheidender Faktor für die Resilienz. 

Wer mehr über Neophyten und autochthone Pflanzen erfahren möchte, kann sich unseren Beitrag zu diesem Thema auf unserer Instagram-Seite anschauen. Unsere neu gestartete Instagram-Reihe „How to … Klimaanpassung“ informiert alle zwei Wochen über spannende Themen rund um Klimaanpassung sowie über gemeinsame Aktionen zur Umsetzung.

Folgt uns gerne unter @greenofficefau, um nichts zu verpassen!

Kontaktmöglichkeit

Bei weiteren Fragen und rund um das Thema Klimaanpassung an der FAU wenden Sie sich gerne an unsere Klimaanpassungsmanagerin Zoe Pickl (zoe.pickl@fau.de).