Unsere Baumpflanzungen gehen in die zweite Runde. Diesmal wollen wir 72 Blauglockenbäume (Paulownia catalpifolia x fortunei) an der Erwin-Rommel-Straße pflanzen und eine Art Kurzumtriebsplantage (s. Infobox) etablieren.
Unter Kurzumtriebsplantagen (KUP) versteht man Anpflanzungen von schnellwachsenden Baumarten auf landwirtschaftlichen Flächen mit einer sehr kurzen Umtriebszeit. Die erzeugte Biomasse wird meist energetisch verwertet.
Bei dem Blauglockenbaum handelt es sich um eine schnellwachsende Baumart, die über einen Meter pro Jahr wachsen kann. Daher eignet sie sich perfekt für die schnelle und temporäre Begrünung der 1750 m² großen Fläche vor der anorganischen Chemie. Wir setzen bei der Pflanzung auf eine sterile Sorte um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern.

Bild: Adobe Stock |S.Engels
Unter anderem werden wir bei der Pflanzung einen Versuch anlegen, bei dem wir mit verschiedenen Bodenzuschlagstoffen und Düngern experimentieren. Trotzdem wird die Fläche komplett begehbar bleiben und lädt an heißen Sommertagen zum Abkühlen und Verweilen ein.
Am 17.06.2026
14 Uhr bis 17 Uhr
Freifläche vor der anorgansichen Chemie (Erwin-Rommel-Str.)
Anmeldung (Frist verlängert) bis zum 15.06.2026 an greenoffice@fau.de
Jetzt anmelden und helfen, den Campus grüner zu machen!
FAQs zu unserer Versuchspflanzung
Wir versuchen den Einsatz von Kunststoff auf das notwendige Maß zu beschränken. Für eine erfolgreiche Entwicklung der jungen Bäume sind jedoch einige Hilfsmittel wichtig.
Unsere Bäumchen wurden mit Baumschutzmanschetten ausgestattet. Diese schützen die jungen Pflanzen vor Wildverbiss durch Hasen und Kaninchen. Gleichzeitig bieten sie Schutz bei plötzlichen Temperaturabfällen und schaffen ein günstigeres Mikroklima mit höherer Luftfeuchtigkeit, was die Entwicklung der Bäume unterstützt. Sobald die Bäume aus den Manschetten herausgewachsen sind, sammeln wir diese wieder ein und verwenden sie erneut.
Auch die eingesetzten Gießringe bestehen aus Kunststoff. Hier haben wir uns bewusst für ein Produkt aus recyceltem Material entschieden. Gerade in den ersten Jahren benötigen die Bäume ausreichend Wasser, um trockene und heiße Sommer gut zu überstehen. Da der Boden auf unserer Fläche sehr sandig ist, versickert Wasser schnell. Die Gießringe sorgen dafür, dass das Wasser direkt im Wurzelbereich bleibt und langsam in den Boden eindringen kann. Sie fassen bis zu 80 Liter Wasser und helfen so, die Bewässerung deutlich effizienter zu gestalten. Auch die Gießringe werden nach ihrer Nutzung wiederverwendet.
Durch die Wiederverwendung der Materialien und den gezielten Einsatz an den jungen Bäumen versuchen wir, den Kunststoffverbrauch so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig die bestmöglichen Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum zu schaffen.
Die Pflanzfläche an der Erwin-Rommel-Straße zeichnet sich durch einen sehr sandigen und nährstoffarmen Boden aus. Viele heimische Baumarten haben unter diesen Bedingungen, insbesondere während zunehmend heißer und trockener Sommer, Schwierigkeiten, langfristig zu gedeihen. Gleichzeitig gehen aktuelle Klimaprognosen davon aus, dass zahlreiche heimische Baumarten bis zum Ende des Jahrhunderts unter dem Klimawandel leiden und in ihrer Verbreitung zurückgehen werden (https://www.lwf.bayern.de/boden-klima/baumartenwahl/281920/index.php).
Mit dieser Pflanzung möchten wir untersuchen, welche Baumarten auch auf besonders anspruchsvollen Standorten eine langfristige Begrünung und Beschattung ermöglichen können. Die Fläche dient dabei als Versuchsstandort: Neben der Baumart testen wir verschiedene Bodenzuschlagstoffe wie Pflanzenkohle und Wasserspeichergranulat sowie eine Stickstoffdüngung. Um die Ergebnisse wissenschaftlich vergleichen zu können, ist es wichtig, eine einheitliche Baumart als Grundlage des Versuchs zu verwenden.
Gleichzeitig ist uns die Förderung von Biodiversität und der Schutz heimischer Arten ein wichtiges Anliegen. In vergangenen Pflanzaktionen haben wir daher bereits verschiedene heimische und klimaresiliente Arten gepflanzt, darunter Elsbeere, Felsenbirne und Französischer Ahorn (https://www.green-office.fau.de/2026/04/28/rueckblick-klimabaeume-pflanzaktion/). Darüber hinaus organisieren wir regelmäßig Aktionen zur Entfernung invasiver Neophyten auf den Campusflächen der FAU. Mit diesen Maßnahmen möchten wir die biologische Vielfalt fördern und gleichzeitig das Bewusstsein für die Herausforderungen des Klimawandels und des Artenschutzes stärken (https://www.green-office.fau.de/2025/11/06/entfernung-invasiver-neophyten-am-suedgelaende-der-fau/ ).
Die Gefahr einer invasiven Ausbreitung besteht bei unserer Pflanzung nicht, da wir uns für eine sterile Paulownia catalpifolia x fortunei-Hybride entschieden haben, die kein keimfähiges Saatgut ausbilden kann. Sie kann sich also nicht über Saatgut vermehren. Auch eine Vermehrung über Wurzelausläufer wird bei dieser Hybridform als sehr unwahrscheinlich eingeschätzt. Dennoch beobachten wir die Entwicklung der Bäume im Rahmen des Projekts kontinuierlich, um mögliche Auswirkungen frühzeitig erkennen zu können. Zusätzlich können wir auf bestehende Erfahrungen aus Forschung und Praxis zurückgreifen: So untersucht die Universität Bonn seit 2013 Paulownia-Hybriden auf Versuchsflächen. Dabei wurden bislang keine Hinweise auf ein problematisches oder invasives Ausbreitungsverhalten festgestellt.
Das Projekt (Förderkennzeichen 67DABN021) aus der Förderrichtlinie Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu Maßnahmen des Natürlichen Klimaschutzes und naturbasierten Lösungen im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) begann zum 1.4.2025 und wird für 3 Jahre laufen.
Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

